Webdesign

Fünf häufige Fehler, die auf fast jeder Website vorkommen

Die meisten Websites sind nicht schlecht gemacht. Es sind nur immer wieder dieselben fünf Stellen, an denen es hakt. Das Gute daran ist, dass du jede davon in wenigen Minuten selbst prüfen kannst.

Raoul SteenkenRaoul Steenken 6 Min. Lesezeit
Umgekipptes Umleitungsschild, das im Gebüsch am Straßenrand liegt
Foto: Nuray / Pexels

Die meisten Websites scheitern nicht an großen Fehlern. Sie scheitern an Kleinigkeiten, die niemand mehr sieht, weil sie seit Jahren da sind. Einzeln fällt keine davon ins Gewicht. Zusammen sorgen sie dafür, dass ein Besucher zögert, und wer zögert, ruft meistens nicht an.

1. Die Seite ist nach eigener Logik gebaut

Das ist der häufigste und teuerste Fehler. Die Website wurde selbst zusammengeklickt, nach eigenem Gefühl oder danach, was der Baukasten hergab. Die Reihenfolge der Inhalte folgt dann dem, was dem Inhaber wichtig ist, und nicht dem, was ein Interessent zuerst wissen will. Ganz oben steht, seit wann es den Betrieb gibt, darunter ein Absatz über Werte, und erst weiter unten kommt, was er eigentlich anbietet.

Das ist nachvollziehbar, denn die eigene Geschichte bedeutet einem etwas. Wer aber gerade ein Problem hat und nach Hilfe sucht, liest sie in diesem Moment nicht. Er will wissen, ob du das machst, ob du in seiner Nähe bist und wie er dich erreicht. Findet er das nicht sofort, sucht er weiter. Was ihn danach zum Abspringen bringt, habe ich im Ratgeber beschrieben, warum Besucher abspringen, ohne anzufragen. Hier geht es um die Stufe davor, nämlich darum, wer die Reihenfolge überhaupt festgelegt hat und wonach.

Der Test dauert zehn Sekunden. Öffne deine Startseite und schau nur auf das, was ohne Scrollen zu sehen ist. Erkennst du dort, was du anbietest, für wen und wo? Wenn nicht, folgt die Seite deiner Logik und nicht der deines Kunden.

Eine Website ist kein Firmenporträt. Sie ist die Antwort auf die Frage, die dein Kunde gerade im Kopf hat.

2. Der Footer verrät das Alter

Ganz unten steht eine Jahreszahl, und die ist drei Jahre alt. Daneben Leistungen, die es so nicht mehr gibt, ein Team-Foto mit Kollegen, die längst woanders arbeiten, und ein Angebot, das vor zwei Sommern ausgelaufen ist.

Für dich sind das Kleinigkeiten, die im Alltag untergehen. Wer dich noch nicht kennt, liest daraus etwas anderes heraus, nämlich ob es den Betrieb überhaupt noch gibt. Und wer eine veraltete Seite sieht, schließt im Zweifel auf die Arbeit dahinter. Zu Unrecht, aber er tut es.

3. Rechtliches ist nicht auf Stand

Diesen Fehler bemerkt kein Kunde, dafür andere. Das Impressum ist unvollständig, die Datenschutzerklärung stammt unverändert aus dem Baukasten und beschreibt gar nicht, was die Seite tatsächlich lädt. Das Kontaktformular verschickt Daten, ohne dass jemand zugestimmt hat. Schriften und Karten kommen direkt von fremden Servern.

Das Tückische daran ist, dass es lange gutgeht und dann auf einen Schlag teuer wird. Ich bin kein Anwalt und gebe hier keine Rechtsberatung. Was ich aus der Praxis sagen kann, ist, dass genau diese Punkte auffallen, sobald jemand gezielt danach sucht. Wer unsicher ist, lässt Impressum und Datenschutz einmal von jemandem prüfen, der das darf. Das kostet deutlich weniger als der Ernstfall.

4. Die Kontaktdaten stimmen nicht überein

Auf der Website steht die Festnetznummer, im Google-Profil die alte Mobilnummer und in einem Verzeichnis von vor fünf Jahren wieder eine andere. Auch die Öffnungszeiten und die Schreibweise des Firmennamens gehen auseinander.

Für einen Kunden ist das Verwirrung im falschen Moment. Er will anrufen und weiß nicht, welche Nummer stimmt. Dazu kommt etwas, das viele nicht auf dem Schirm haben. Google gleicht diese Angaben ab. Widersprechen sie sich, schwächt das deine Sichtbarkeit in der Umgebung. Wie diese Bausteine zusammenspielen, steht im Ratgeber dazu, wie du in deiner Region besser gefunden wirst.

Der Aufwand ist überschaubar. Einmal alle Stellen durchgehen, an denen dein Betrieb auftaucht, und überall exakt dieselben Angaben eintragen. Gleicher Name, gleiche Nummer, gleiche Adresse, gleiche Zeiten. Eine Stunde Arbeit, die lange trägt.

5. Seit dem Livegang nie wieder angefasst

Die Seite ging vor vier Jahren online und wurde seitdem nicht mehr angefasst. Keine neuen Projekte, keine neuen Bilder, kein Update. Die Software dahinter steht auf dem Stand von damals.

Das hat zwei Seiten. Nach außen wirkt ein Betrieb, der nichts zeigt, als hätte er nichts zu zeigen. Nach innen wird es mit der Zeit zum Sicherheitsthema, denn veraltete Software ist der häufigste Weg, über den Websites gekapert werden. Kleine trifft es genauso wie große. Es ist wie mit einer Maschine in der Werkstatt. Sie läuft lange von allein, aber irgendwann muss jemand nachsehen.

Der Fünf-Minuten-Selbsttest

Nimm dein Handy, öffne deine eigene Website und geh diese fünf Fragen ehrlich durch.

  • Erkennst du oben auf den ersten Blick, was du anbietest, für wen und wo?
  • Ist unten alles noch aktuell, von der Jahreszahl bis zu den Leistungen?
  • Passen Impressum und Datenschutz noch zu dem, was die Seite heute macht?
  • Findet man überall dieselbe Nummer und dieselbe Adresse?
  • Weißt du, wann zuletzt jemand etwas an der Seite gemacht hat?

Jedes Nein ist kein Grund zur Sorge, sondern ein konkreter nächster Schritt. Das meiste davon bekommst du ohne großen Aufwand selbst hin.

Fazit

Keiner dieser fünf Fehler entsteht aus Nachlässigkeit. Sie entstehen, weil eine Website einmal gebaut und dann vergessen wird, während der Betrieb weiterläuft. Wer sich einmal im Jahr eine halbe Stunde nimmt und diese Punkte durchgeht, hält seinen Auftritt aktuell, glaubwürdig und rechtlich sauber. Am meisten bringt trotzdem der erste Punkt. Eine Seite, die der Logik des Kunden folgt statt der eigenen, arbeitet für dich, statt nur da zu sein.

Ich schaue mir deine Seite ehrlich an

Wenn du wissen willst, wie deine Website an diesen fünf Punkten dasteht, geh ich sie mit dir durch. Im kostenlosen Erstgespräch sage ich dir, was passt, was ich ändern würde und was du dir sparen kannst.

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Lass uns deine Seite einmal durchgehen

Sag mir, wo deine Website steht. Ich sehe sie mir an und sage dir ehrlich, welche der fünf Punkte bei dir wirklich etwas bringen.

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